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25. Dezember 2017, von Michael Schöfer
Passwörter von jeglichem Sexismus bereinigt


Das Hasso-Plattner-Institut hat abermals die Top Ten der in Deutschland meistgenutzten Passwörter veröffentlicht. Datengrundlage sind laut HPI 12,9 Mio. E-Mail-Adressen, die als .de-Domain registriert sind. Einfache, leicht zu erratende Passwörter sind zweifellos eine gravierende Sicherheitslücke.

Man kann den Deutschen nichts Schlechtes nachsagen - sie sind äußerst lernfähig und haben ihre Passwörter seit dem vergangenen Jahr von jeglichem Sexismus sowie indiskutablen Beleidigungen bereinigt. Offenbar hat auch hier die #meetoo-Kampagne gefruchtet. Fand sich 2016 das derbe "ficken" noch auf Platz 10 der Liste, ist es nun von dem viel harmloseren "hallo123" verdrängt worden. Und "arschloch", 2016 auf Platz 7, hat es dieses Jahr nicht auf die Liste geschafft.

2016 2017
01: hallo
02
: passwort
03
: hallo123
04
: schalke04
05
: passwort1
06
: qwertz
07
: arschloch
08
: schatz
09
: hallo1
10
: ficken
01: 123456
02
: 123456789
03
: 1234
04
: 12345
05
: 12345678
06
: hallo
07
: passwort
08
: 1234567
09
: 111111
10
: hallo123

Die aktuellen Passwort-Spitzenreiter würden jetzt zwar spielend jede elektronische Kindersicherung passieren, sind allerdings zum Leidwesen des Hasso-Plattner-Instituts keinen Deut komplexer geworden. "123456789" mag vollkommen unverfänglich sein, wirklich sicher sind solche Passwörter natürlich nicht. Somit verfehlen die meistgenutzten Passwörter nach wie vor ihren eigentlich Zweck.

Ob es "DgmmDdAadS,A" wohl je in die Top Ten schafft? Dass ich mich darüber freuen würde, wage ich dennoch zu bezweifeln. Das Passwort ist zugegebenermaßen sicherer als das primitive "123456789", besteht aber aus den Anfangsbuchstaben des folgendes Satzes: "Du gehst mir mit Deinen dämlichen Artikeln auf den Sack, Alter". Oops!