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30. Juli 2014, von Michael Schöfer
Pauschalierungen sind scheiße!

"Bild am Sonntag"-Kommentator Nicolaus Fest fühlt sich durch "den Islam" immer mehr gestört. Ihn stören "die totschlagbereite Verachtung des Islam für Frauen und Homosexuelle, Zwangsheiraten, 'Friedensrichter', 'Ehrenmorde' und antisemitische Pogrome". Religion sei zwar nicht generell ein Integrationshindernis, doch beim Islam bejaht er dies. Fest braucht "keinen importierten Rassismus, und wofür der Islam sonst noch steht". Über den sich daraufhin erhebenden Shitstorm ist viel geschrieben worden, über die Entschuldigung von Bild-Chefredakteur Kai Diekmann ebenfalls. Immerhin kann man Diekmann in einem zustimmen: Pauschalisierungen sind scheiße - ob in Bezug auf den Islam oder andere Religionen. Pauschalierungen sind generell scheiße, egal wem gegenüber. Und das, mein lieber Herr Diekmann, gilt natürlich auch gegenüber den vermeintlich "faulen Griechen" oder den angeblich "in der sozialen Hängematte liegenden Arbeitslosen".

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26. Juli 2014, von Michael Schöfer
Die Linke macht mir Sorgen


Früher war "links sein" gleichbedeutend mit "fortschrittlich sein". Wer links war, dem schwebte eine gerechtere und friedlichere Welt vor Augen. Meistens jedenfalls. Womöglich schwang da ein bisschen zu viel undifferenzierte Fortschrittsgläubigkeit mit, denn es brauchte die Grünen, um daran ernste Zweifel zu wecken (Stichwort: Grenzen des Wachstums). Westeuropa erscheint uns gegenwärtig wie eine Insel des Friedens, während um uns herum zahlreiche Kriege toben, in denen die Fronten jedoch alles andere als klar sind. Beispiel: Saudi-Arabien unterstützt die Opposition in Syrien? Grundsätzlich ja, aber seit sich die Terrorgruppe Islamischer Staat (ehedem ISIS) als dominierende Oppositionskraft herauszukristallisieren scheint und auch weite Teile des Irak unter ihre Kontrolle gebracht hat, fürchtet die privilegierte Prinzenclique in Riad plötzlich um ihre Herrschaft und geht auf Distanz.

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23. Juli 2014, von Michael Schöfer
Die Deflation hat viele Väter


Nun haben auch die hartgesottensten Marktradikalen bemerkt, wie gefährlich die Lage ist: "Angst vor Deflation. Sogar die Bundesbank ist jetzt für höhere Löhne." John Maynard Keynes ist rehabilitiert, weil die neoliberale Schule kleinlaut ihr Versagen eingestehen muss. Der Marktradikalismus hat uns in die schwerste Wirtschaftskrise seit den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geführt, und die seit mehr als zwei Jahrzehnten praktizierte Politik der Umverteilung von unten nach oben droht uns jetzt obendrein in den Abgrund der Deflation zu stoßen. Grund: Stagnierende Nachfrage wegen übermäßiger Lohnzurückhaltung. Doch die Deflation hat viele Väter, ich möchte dem geneigten Leser nachfolgend eine kleine Auswahl präsentieren:

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20. Juli 2014, von Michael Schöfer
Das muss auch gesagt werden


Ich habe mich an dieser Stelle schon mehrfach mit dem Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern befasst. Die seit 1967 andauernde Besetzung Palästinas, die massenhafte Ansiedlung von Israelis in Ost-Jerusalem und auf der sogenannten Westbank, die weitgehende Rechtlosigkeit der Palästinenser sowie die daraus resultierenden Folgen halte ich für eine wahre Tragödie. Nicht bloß für die Palästinenser, sondern vor allem für Israel selbst.

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20. Juli 2014, von Michael Schöfer
Hier hat offenbar jemand etwas zu verbergen


Natürlich wissen wir noch nicht hundertprozentig, ob die Maschine der Malaysia Airlines (Flug MH17) in der Ostukraine überhaupt abgeschossen wurde, theoretisch wäre nämlich auch ein technischer Defekt denkbar. Erwartungsgemäß kocht im Netz die Gerüchteküche über, Verschwörungstheorien haben Hochkonjunktur. Zum Beispiel: In Wahrheit hat die ukrainische Regierung das Flugzeug abgeschossen und will den Terrorakt den prorussischen Separatisten in die Schuhe schieben. Natürlich ist das nicht vollkommen auszuschließen, weil die ukrainische Armee ebenfalls über das dafür notwendige Flugabwehrsystem "Buk" verfügt. Aber genau das soll ja die Untersuchung der internationalen Expertenkommission herausfinden, die hoffentlich nach allen Seiten und ergebnisoffen ermitteln wird.

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19. Juli 2014, von Michael Schöfer
Unrealistische Erwartungen


Beate Zschäpe, die in München u.a. wegen der mutmaßlichen Beteiligung an der Mordserie des NSU vor Gericht steht, hat ihre Anwälte geschasst. Sie habe zu ihren Verteidigern kein Vertrauen mehr, bestätigte sie dem Gericht. Seitdem wird darüber spekuliert, ob sie nicht vielleicht doch reden will.

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