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31. August 2014, von Michael Schöfer
Was ist Putins Kalkül?


Über Wladimir Putins Charakter, der bekanntlich im KGB groß geworden ist, sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Exemplarisch hierfür ist sein Verhalten während der Pressekonferenz am Rande des Brüsseler EU-Russland-Gipfels im Jahr 2002: Auf die Frage eines Journalisten der französischen Tageszeitung Le Monde zum Krieg in Tschetschenien entgegnete Putin grob:

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25. August 2014, von Michael Schöfer
So funktionieren Parteien


Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt, will das Ehegattensplitting beibehalten. Hintergrund ist der enttäuschende Ausgang der Bundestagswahl. Das magere Ergebnis (lediglich 8,4 %, gegenüber 2009 ein Minus von 2,3 %) hat die Grünen sichtlich getroffen und offenbar konfus gemacht. Manche Grüne wollen sich ja neuerdings sogar um die heimatlos gewordenen Wähler der Klientelpartei FDP bemühen. In diese Strategie passt das Ansinnen Göring-Eckardts wie die Faust aufs Auge.

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22. August 2014, von Michael Schöfer
Bitte keine allzu großen Erwartungen

Die Erwartungen allzu hoch zu schrauben, kann leicht zu herben Enttäuschungen führen. Kürzlich bin ich während einer Recherche im Internet zufällig bei der deutschen Huffington Post hängengeblieben. Dort las ich die Schlagzeile "15 wissenschaftliche Fakten über das Sexleben von Männern". Und weil mir gerade - abgesehen von der NSA - niemand neugierig über die Schulter sah, habe ich den Artikel kurzerhand angeklickt.

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21. August 2014, von Michael Schöfer
Den Vormarsch des Islamischen Staates erst einmal stoppen

Dass Deutschland mit den Waffenlieferungen an die Kurden im Nordirak ein Tabu breche, ist natürlich ein bisschen übertrieben. So bekamen dem aktuellen Rüstungsexportbericht zufolge Länder wie Südkorea (de facto-Kriegszustand mit Nordkorea), Indien (Konflikt mit Pakistan um Kaschmir), Pakistan (Konflikt mit Indien um Kaschmir) und Israel (de facto-Kriegszustand mit mehreren Nachbarstaaten, Konflikt mit der Hamas) Waffen oder Waffenteile geliefert. Genaugenommen alles Lieferungen in Spannungsgebiete. Hinzu kommen noch Exporte an so zweifelhafte Regime wie etwa die in Saudi-Arabien, Ägypten oder Jemen. Man bekennt sich jetzt lediglich erstmals offen dazu, Waffen direkt zur Kriegsführung zu liefern.

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17. August 2014, von Michael Schöfer
Andere Situationen brauchen andere Reaktionen

Der Verlauf der Geschichte ist unberechenbar. Es gibt - analog zur Chaostheorie - viel zu viele Einflüsse, weshalb man deren Folgen nur schwer vorhersehen und die geschichtliche Entwicklung bloß bedingt steuern kann. Könnte man die Zeit zurückdrehen, würde selbst bei identischen Ausgangsbedingungen oft etwas anderes dabei herauskommen. Ob das Ergebnis dann besser oder schlechter wäre, steht auf einem anderen Blatt. Doch der Gedanke daran ist sowieso müßig, denn die Vergangenheit ist nun mal irreversibel. So ist zwar der Verweis auf die Ursprünge der Militanz des Islam, die Aufrüstung der Mudschaheddin nach der Besetzung Afghanistans durch die Sowjetunion oder der törichte Irakkrieg von George W. Bush mitsamt seinem abstrusen "war on terror", durchaus richtig, hilft nichtsdestotrotz in der konkreten Situation kaum weiter. Man mag es bedauern, aber so ist es eben.

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13. August 2014, von Michael Schöfer
Betriebsausflug

Neulich, beim Betriebsausflug der westlichen Wertegemeinschaft:

"Du, Barack, ich will ja nichts sagen, aber der Weg wird immer holpriger. Weißt du wirklich, wohin wir fahren", fragt Angela M. besorgt.

"Don't worry, Angie, mit diesem Four-Wheel-Bus we can überall hin", versucht der Mann am Steuer zu beruhigen. "By the way, I know, wo's langeht. Always along the red line."

Kurz nach Bagdad biegen sie in irrsinnigem Tempo um die Ecke. "Oje", seufzt Frank-Walter S. urplötzlich, "das gibt bestimmt Ärger."

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10. August 2014, von Michael Schöfer
Ordnungsmacht Westen?


Die Welt um den Westen herum scheint aus den Fugen zu geraten: Beim Konflikt um die Ukraine dreht sich die Eskalationsspirale immer schneller. Manche, wie etwa Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, sichern dem Land bereits militärische Unterstützung zu. Absolut unverantwortlich, das könnte Krieg gegen Russland bedeuten. Mit Blick auf Libyen rufen einige nach UN-Blauhelmsoldaten. "Libyen ist an einem Punkt angekommen, wo nur eine Intervention von außen größeres Leid und Chaos verhindern könnte. Erforderlich wäre eine kräftige UNO-Intervention", meint Andreas Dittmann, Geograf und Libyen-Experte an der Justus-Liebig-Universität Giessen. Auch die Forderung, der Westen möge in Syrien intervenieren, wird immer wieder aufs Neue ins Spiel gebracht. So hat beispielsweise "der frühere Syrien-Sonderbeauftragte Lakdar Brahimi das mangelnde Eingreifen der Weltgemeinschaft im syrischen Bürgerkrieg für das Erstarken der Dschihadisten im Irak mitverantwortlich gemacht". Dabei ist der Westen sowieso schon in vielen Konfliktgebieten in der ein oder anderen Art und Weise engagiert: in Afghanistan, in Mali, in der Zentralafrikanischen Republik, im Kongo und neuerdings zum wiederholten Mal im Irak. Eingreifen könnte er aber auch in Nigeria, im Südsudan, in Palästina oder in Somalia. Konflikte gibt es schließlich weltweit mehr als genug.

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08. August 2014, von Michael Schöfer
Die Rassenideologie der Nazis lebt fort...


...und das kurioserweise sogar bei Juden (oder solchen, die sich dafür halten). In der taz findet sich die Geschichte einer Frau, die - obgleich getauft und katholisch erzogen - entdeckt hat, dass ihre Großeltern ursprünglich Juden waren. Sie überlebten den Holocaust, änderten aber anschließend ihren Namen (aus Rubinroth wurde Pszczolowska) und wechselten die Religion (vom Judentum zum Katholizismus). Die Frau habe inzwischen "ihre jüdischen Wurzeln angenommen", würde sich aber dennoch nicht als Jüdin bezeichnen, sondern am liebsten als "als berlinisch-polnische Dreivierteljüdin".

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07. August 2014, von Michael Schöfer
Ein Europa der Eliten


"Unser Europa muss stärker ein Europa der Bürger werden", stand im Europawahlprogramm der CDU. Bürgernah soll es sein. "Ein Europa der Bürgerinnen  und Bürger" versprach auch die SPD. Natürlich wollen alle mehr Transparenz. Logisch, nicht wahr? Wer tritt schon für Geheimniskrämerei ein, wenn er gleichzeitig ein bürgernahes Europa will? Niemand! Oder sagen wir: Fast niemand. Denn die EU-Kommission setzt nach wie vor auf Intransparenz. Und die Parteien wundern sich, wenn dieses bürgerferne Europa keinen müden Hund mehr hinter dem Ofen hervorlockt. Von der Begeisterung der Menschen für den Europagedanken ganz zu schweigen.

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06. August 2014, von Michael Schöfer
Nur Mut


Als der CSU-Politiker Franz Josef Strauß 1988 starb, fiel einem hoffnungsvollen Nachwuchspolitiker die Aufgabe zu, dessen Erbe als Rüpel der Union anzutreten: Roland Koch. Und man muss sagen, das ist dem hessischen Christdemokraten vollauf gelungen. Liebe Leserinnen und Leser, Sie werden sich gewiss an seine beiden herausragenden Aktionen erinnern: Die Unterschriftenaktion gegen die doppelte Staatsbürgerschaft und die "brutalstmögliche Aufklärung" bei der korrekten Verbuchung der "jüdischen Vermächtnisse". Ich wünschte damals dem Herrn die Pest an den Hals. Und was hat er bekommen? Angela Merkel. Die hing ihm zwar nicht am Hals, saß ihm aber fortan vor der Nase, weshalb Koch später entnervt in die Wirtschaft flüchtete. Der Traum von der Kanzlerschaft war ausgeträumt.

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