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14. September 2014, von Michael Schöfer
Rückfall in die Kleinstaaterei


Unruhige Zeiten: Staaten zerfallen, Kriege und Bürgerkriege wüten, Terrorgruppen bringen ganze Regionen unter ihre Kontrolle. Wohin wird das führen? Es droht der Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten. So ist etwa der Vergleich der Geschehnisse im heutigen Nahen Osten mit dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) keineswegs an den Haaren herbeigezogen. Vielleicht dauert der absolut unübersichtliche, extrem brutale Konflikt sogar noch länger. Das kann derzeit niemand genau vorhersagen.

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09. September 2014, von Michael Schöfer
Diese Einseitigkeit ist unerträglich


Man muss kein Putin-Versteher sein, um die Einseitigkeit der hiesigen Presse zu beklagen, dazu genügt schon allein der gesunde Menschenverstand. Ob es klug ist, in Zeiten erhöhter Spannungen die brisante Lage auch noch durch Militärmanöver anzuheizen, ist mehr als fraglich. Es sind schon Kriege durch Missverständnisse entfacht worden. Oder bloß deswegen, weil jemand die Nerven verloren hat. Militärmanöver gehören zwar zum unter Primaten seit Jahrmillionen üblichen Imponiergehabe, sind aber genau besehen ziemlich töricht. Vor allem zwischen Kontrahenten, die über Atomwaffen verfügen. Es ist halt noch zu viel Homo erectus im Homo sapiens.

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07. September 2014, von Michael Schöfer
Es hilft keinem, Putin als Scheusal zu verdammen

Man kann über den russischen Präsidenten Wladimir Putin gewiss viel Schlechtes sagen, er ist ohne Zweifel ein machtbewusster Autokrat, dem westliche Vorstellungen von Demokratie und individueller Freiheit fremd sind. Sein Vorgehen auf der Krim war fraglos völkerrechtswidrig, die Unterstützung der Separatisten in der Ostukraine ist es ebenso. (An diesem Punkt verzichte ich ausnahmsweise darauf, die völkerrechtswidrigen Taten des Westens aufzuzählen.) Aber es hilft keinem, Putin als blutrünstiges Scheusal zu verdammen. Wenn man den Konflikt in der Ukraine wirklich lösen will, muss man ihm auch die Möglichkeit geben, aus der Kiste wieder auszusteigen. Möglichst gesichtswahrend, versteht sich. Es sei denn, man will einen heißen Krieg zwischen dem Westen und Russland provozieren oder spekuliert auf den Sturz des Kremlherrschers.

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04. September 2014, von Michael Schöfer
Honeypot


Wissen Sie was ein Honeypot ist? Na klar, werden Sie jetzt sagen, ein Honigtopf. Stimmt, aber in einem Honeypot ist nicht immer nur eine zähflüssige süße Masse drin, denn er erweist sich zuweilen auch als geschickt aufgestellte Falle.

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02. September 2014, von Michael Schöfer
Das Kreuz mit der Schuldenuhr


Schulden sind eine heikle Sache: Hat man zu viel davon und kann Zins und Tilgung nicht mehr bedienen, droht die Insolvenz. Schulden zu begrenzen ist insofern eine kluge Strategie - für Privatpersonen ebenso wie für den Staat. Allerdings müssen sich Privatpersonen und der Staat beim Thema Schuldenaufnahme anders verhalten. Spiegelbildlich. Wenn es Privatpersonen finanziell schlecht geht, hätten sie Kredite zwar bitter nötig, von einer Schuldenaufnahme sollten sie aber in dieser prekären Lage möglichst absehen, weil sich ihre Situation dadurch verschlimmern könnte. Geht es Staaten schlecht, ist die Aufnahme von Schulden hingegen äußerst ratsam, um mit deren Hilfe die Wirtschaft anzukurbeln. Stichwort: deficit spending. Antizyklisches Verhalten! Zur Wahrheit gehört aber auch, und das ist in den zurückliegenden Jahrzehnten sträflich versäumt worden: In guten Zeiten muss der Staat die aufgelaufenen Schulden wieder abbauen.

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31. August 2014, von Michael Schöfer
Was ist Putins Kalkül?


Über Wladimir Putins Charakter, der bekanntlich im KGB groß geworden ist, sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Exemplarisch hierfür ist sein Verhalten während der Pressekonferenz am Rande des Brüsseler EU-Russland-Gipfels im Jahr 2002: Auf die Frage eines Journalisten der französischen Tageszeitung Le Monde zum Krieg in Tschetschenien entgegnete Putin grob:

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25. August 2014, von Michael Schöfer
So funktionieren Parteien


Die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt, will das Ehegattensplitting beibehalten. Hintergrund ist der enttäuschende Ausgang der Bundestagswahl. Das magere Ergebnis (lediglich 8,4 %, gegenüber 2009 ein Minus von 2,3 %) hat die Grünen sichtlich getroffen und offenbar konfus gemacht. Manche Grüne wollen sich ja neuerdings sogar um die heimatlos gewordenen Wähler der Klientelpartei FDP bemühen. In diese Strategie passt das Ansinnen Göring-Eckardts wie die Faust aufs Auge.

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22. August 2014, von Michael Schöfer
Bitte keine allzu großen Erwartungen

Die Erwartungen allzu hoch zu schrauben, kann leicht zu herben Enttäuschungen führen. Kürzlich bin ich während einer Recherche im Internet zufällig bei der deutschen Huffington Post hängengeblieben. Dort las ich die Schlagzeile "15 wissenschaftliche Fakten über das Sexleben von Männern". Und weil mir gerade - abgesehen von der NSA - niemand neugierig über die Schulter sah, habe ich den Artikel kurzerhand angeklickt.

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21. August 2014, von Michael Schöfer
Den Vormarsch des Islamischen Staates erst einmal stoppen

Dass Deutschland mit den Waffenlieferungen an die Kurden im Nordirak ein Tabu breche, ist natürlich ein bisschen übertrieben. So bekamen dem aktuellen Rüstungsexportbericht zufolge Länder wie Südkorea (de facto-Kriegszustand mit Nordkorea), Indien (Konflikt mit Pakistan um Kaschmir), Pakistan (Konflikt mit Indien um Kaschmir) und Israel (de facto-Kriegszustand mit mehreren Nachbarstaaten, Konflikt mit der Hamas) Waffen oder Waffenteile geliefert. Genaugenommen alles Lieferungen in Spannungsgebiete. Hinzu kommen noch Exporte an so zweifelhafte Regime wie etwa die in Saudi-Arabien, Ägypten oder Jemen. Man bekennt sich jetzt lediglich erstmals offen dazu, Waffen direkt zur Kriegsführung zu liefern.

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17. August 2014, von Michael Schöfer
Andere Situationen brauchen andere Reaktionen

Der Verlauf der Geschichte ist unberechenbar. Es gibt - analog zur Chaostheorie - viel zu viele Einflüsse, weshalb man deren Folgen nur schwer vorhersehen und die geschichtliche Entwicklung bloß bedingt steuern kann. Könnte man die Zeit zurückdrehen, würde selbst bei identischen Ausgangsbedingungen oft etwas anderes dabei herauskommen. Ob das Ergebnis dann besser oder schlechter wäre, steht auf einem anderen Blatt. Doch der Gedanke daran ist sowieso müßig, denn die Vergangenheit ist nun mal irreversibel. So ist zwar der Verweis auf die Ursprünge der Militanz des Islam, die Aufrüstung der Mudschaheddin nach der Besetzung Afghanistans durch die Sowjetunion oder der törichte Irakkrieg von George W. Bush mitsamt seinem abstrusen "war on terror", durchaus richtig, hilft nichtsdestotrotz in der konkreten Situation kaum weiter. Man mag es bedauern, aber so ist es eben.

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