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"Die Presse muss die Freiheit haben, alles zu sagen, damit gewisse Leute nicht die Freiheit haben, alles zu tun."
(Stewart Alsop 1914-1974, amerikanischer Journalist)




26. August 2015, von Michael Schöfer
In Ungnade gefallen


Geschlossene Denksysteme haben oft fatale Auswirkungen: Die Zahl der Freunde nimmt ständig ab, während die Zahl der Feinde fortwährend zunimmt. Da wird die eigene Überzeugung schnell zur festgefügten Gewissheit, die durch nichts mehr zu erschüttern ist. Im Gegenteil, jeder Gegenbeweis scheint sie nur noch mehr zu bestätigen, schließlich werden diese durch die zahlreichen Feinde manipuliert.

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25. August 2015, von Michael Schöfer
Gewalttaten gleich im Keim ersticken


Nein, es ist wirklich nicht ihre Art: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kann einfach nicht poltern - selbst in Situationen, in denen es angebracht wäre. Auf die fremdenfeindliche Hetze und die Gewalttaten des von Alkohol benebelten Pöbels von Heidenau reagierte sie wie folgt: "Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die rassistischen Ausschreitungen im sächsischen Heidenau 'auf Schärfste' verurteilt. 'Es gab eine aggressive, fremdenfeindliche Stimmung, die in keiner Weise akzeptabel ist', sagte Merkel. 'Es ist abstoßend, wie Rechtsextremisten und Neonazis versuchen, dumpfe Hassbotschaften zu verkünden.' Aber es sei genauso beschämend, dass Bürger, teilweise mit Kindern, dies durch Mitlaufen bei den Demonstrationen noch unterstützten. Es gebe keinerlei Rechtfertigung für Gewalt." Das ist... genau: wachsweich. Immerhin hat sie sich zum Mob von Heidenau überhaupt einmal geäußert.

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20. August 2015, von Michael Schöfer
Bessere Förderkonzepte gegen Wohnungsnot erforderlich


In den Großstädten seien durch den Zuzug in die Ballungsräume Wohnungen zunehmend Mangelware, stattdessen werde auf dem Land, wo die Bevölkerung abnehme, zu viel gebaut. Das ist das Fazit einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

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19. August 2015, von Michael Schöfer
Lediglich Blendgranaten


Wolfgang Schäuble, seit 1972 im Deutschen Bundestag und damit dienstältester Abgeordneter, ist ein mit allen Wassern gewaschener politischer Fuchs. Er weiß meisterhaft auf der Klaviatur der Medien zu spielen, das belegte zuletzt die Krise um das dritte Hilfspaket für Griechenland. Hat der Bundesfinanzminister der Athener Regierung das Messer auf die Brust gesetzt und sie dadurch erpresst, die ungeliebten Sparmaßnahmen schließlich doch zu akzeptieren? So erschien es jedenfalls den meisten Beobachtern. Ob der Grexit (das Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone) komme oder nicht, sei allein die Entscheidung Griechenlands, beteuert er nun treuherzig. "Im Juli hieß es ja nicht, wir werfen Griechenland raus. Das ist eine Verzerrung und war völlig falsch. Die Wahrheit war: Wir haben gesagt, wenn Griechenland die Anpassungslasten nicht tragen will oder tragen kann, dann wäre ein freiwilliger Austritt auf Zeit eine bessere Lösung." Alles ganz harmlos also?

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15. August 2015, von Michael Schöfer
Liebe Mitglieder der Labour-Party...


...Ihr werdet doch hoffentlich nicht einen wie Jeremy Corbyn zu Eurem nächsten Parteivorsitzenden wählen. Was man über den liest, ist nämlich ganz, ganz schlimm. Er sitzt seit 30 Jahren im Unterhaus, sei als Linker gestartet und, horribile dictu, immer links geblieben. Was wollt Ihr denn mit dem? Moderne Politiker fangen bekanntlich unten links an, um die Karriere oben rechts zu beenden. Beispiele dafür gibt es ja mehr als genug, warum nehmt Ihr nicht so einen? Corbyn dagegen ist in seiner Geradlinigkeit erschreckend unzeitgemäß. Er sei ein Sozialdemokrat der alten Schule, setze sich für höhere Steuern für Unternehmen und Reiche sowie ein Ende der Sparpolitik ein. Corbyn fordere vielmehr ein Investitionsprogramm, von dem die Bevölkerungsmehrheit profitiere. So etwas Obskures wie Gerechtigkeit also. Und obendrein präsentiert er das Ganze, die Krawatten- und Brioni-Anzug-Träger unter Euch rümpfen bestimmt verächtlich die Nase, mit dem Kleidungsstil eines Sozialkundelehrers. Old Labour gewissermaßen.

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13. August 2015, von Michael Schöfer
Fluchtursachen nicht außer Acht lassen


Genau vor 54 Jahren wurde die Berliner Mauer errichtet, sie hatte eine Gesamtlänge von rund 160 km. Kurioserweise würden heute viele in Europa gerne wieder Mauern errichten - und zwar gegen die Flüchtlinge. Doch im Mittelmeer hätte nicht einmal Walter Ulbricht eine Mauer bauen können.

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05. August 2015, von Michael Schöfer
Der Sport zerstört sich selbst


Die Tour de France wird ja schon lange abwertend als "rollende Apotheke" bezeichnet, Jahre ohne Dopingfälle sind hier die rühmliche Ausnahme anstatt die Regel. 2015 haben in der ARD im Durchschnitt 1,17 Mio. Zuschauer die dreiwöchige Rundfahrt verfolgt, im Jahr 2003 waren es noch 3,1 Mio. Trotz etlicher Etappensiege durch deutsche Radprofis hielt sich die Begeisterung des Publikums in Grenzen.

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04. August 2015, von Michael Schöfer
Das Patentrezept


In Deutschland fühlen sich die Behörden mit dem wachsenden Zustrom von Flüchtlingen total überfordert. Mitten hinein in die Diskussion, wie man damit fertigwerden soll (Einwanderungsgesetz ja oder nein?), platzt nun eine Bombe, die man geradezu als Patentrezept bezeichnen könnte. "In Schreiben an den Balkan-Beauftragten des Europäischen Parlaments, David McAllister (CDU), werben die Ministerpräsidenten des Kosovo und Montenegros dafür, in Deutschland als 'sichere Herkunftsstaaten' anerkannt zu werden. (…) Im Kosovo gebe es weder politische Verfolgung noch Folter. Ähnliches formuliert der Ministerpräsident von Montenegro."

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01. August 2015, von Michael Schöfer
Missbrauch des Strafrechts


Die Zeiten, in denen man unbequeme Kritiker ohne lange zu fackeln aus dem Verkehr zog, sind mittlerweile vorbei. Selbst repressive Regime halten es mittlerweile für notwendig, ihre Widersacher mit mehr oder weniger an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfen vor Gericht zu stellen. Sogar Hitler und Stalin ließen Schauprozesse stattfinden, allerdings nicht zur Aburteilung ihrer Opfer (deren Urteil stand ohnehin bereits vorher fest), sondern als Abschreckung für andere.

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25. Juli 2015, von Michael Schöfer
Wenigstens ehrlich


Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sagte in einem Interview mit dem NDR, "dass es schwer sei, gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu gewinnen. 'Ich glaube, sie macht das ganz ausgezeichnet - sie ist eine gute Kanzlerin.'" Es könne, so Albig weiter, auch ein Wahlziel sein, an der nächsten Regierung beteiligt zu sein. Als Juniorpartner der Union, versteht sich. Doch selbst "dafür brauche man einen starken Kandidaten. 'Ob die Bezeichnung Kanzlerkandidat noch richtig ist oder nicht, das werden wir sehen.'" In seiner Partei erntete Albig deshalb harsche Kritik und im Netz beißenden Spott, allgemein wird seine Äußerung als vorzeitige Selbstaufgabe interpretiert. Motto: Gegen Angela Merkel kommen wir halt nicht an.

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