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"Die Presse muss die Freiheit haben, alles zu sagen, damit gewisse Leute nicht die Freiheit haben, alles zu tun."
(Stewart Alsop 1914-1974, amerikanischer Journalist)




31. Januar 2015, von Michael Schöfer
Gebt den Amateuren wieder eine Chance!


Das Golfemirat Katar kann es sich leisten, geradezu verschwenderisch mit Geld um sich zu werfen. Neuerdings macht sich das vor allem im Sport bemerkbar. Momentan läuft dort die Handball-Weltmeisterschaft, 2016 finden die Straßen-Radweltmeisterschaften statt, 2019 gehen die Leichtathletik-Weltmeisterschaften über die Bühne und 2022 ist es die Fußball-Weltmeisterschaft. Ob der Wüstenstaat auch für die Sommerolympiade 2024 den Zuschlag erhält, ist noch nicht entschieden. Man munkelt hinter vorgehaltener Hand, die dafür notwendigen Überweisungen seien noch nicht getätigt worden. Aha. Und es heißt, Katar würde nur wegen den klimatischen Verhältnissen auf die Ausrichtung der olympischen Winterspiele verzichten. Finanziell leisten könnten sie es sich allemal. Wie uns überhaupt die Sporttradition des Emirats bloß als zusammengekauft vorkommt. Die Katarer? Zumindest was den modernen Sport angeht lediglich traditionslose Parvenüs. Kamelrennen, nun gut. Aber Radrennen?

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30. Januar 2015, von Michael Schöfer
Die ökonomische Monokultur ist riskant


Biodiversität (biologische Vielfalt) ist in einem Ökosystem unverzichtbar. Das ist insbesondere innerhalb von Arten wichtig, denn je variabler die genetische Ausstattung einer Spezies, desto widerstandsfähiger erweist sie sich gegenüber schädlichen Umwelteinflüssen. Wird eine Spezies beispielsweise von einem plötzlich auftretenden tödlichen Erreger überrascht, kann sie sich durch die Variabilität der Individuen vor dem Aussterben retten, weil wahrscheinlich eine ausreichende Anzahl immun ist und überlebt. Im Extremfall, bei Bakterien, die sich asexuell vermehren, genügt das Überleben eines einzigen Organismus, um die Art vor dem Aussterben zu bewahren. Ärzte, die mit multiresistenten Keimen konfrontiert sind, können ein Lied davon singen.

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25. Januar 2015, von Michael Schöfer
SYRIZA ist die logische Konsequenz unserer Ignoranz


Vor Alexis Tsipras und seinem Linksbündnis SYRIZA zittert angeblich ganz Europa. Nur die wenigsten zeigen Verständnis für die darbende griechische Bevölkerung. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lehnt einen nochmaligen Schuldenschnitt kategorisch ab ("diese Frage stellt sich nicht") und meint lapidar, Strukturanpassungen seien eben immer schmerzlich für die Bevölkerung. Doch man muss sich einmal vor Augen führen, vor welch gewaltigen Problemen die Griechen stehen.

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18. Januar 2015, von Michael Schöfer
Unreife Pennäler kennen keine Grenzen


David Cameron sieht nicht nur wie ein unreifer Pennäler aus, der einen Tag lang in 10 Downing Street britischer Premier spielen darf - auch seine Politik bewegt sich auf diesem Niveau. Pennäler besitzen bekanntlich noch keine gefestigte Persönlichkeit, weshalb sie meist sehr emotional reagieren. Und Emotionen sind gerade in der Politik äußerst gefährlich.

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16. Januar 2015, von Michael Schöfer
Wohin das wohl führen wird?


Back to the roots, die Deutungshoheit wiedergewinnen. Der britisch-amerikanische Internet-Kritiker Andrew Keen macht unter anderem folgenden Vorschlag: "Das Netz schwächt Institutionen, die Demokratie braucht starke Institutionen. Das Netz ermöglicht es jedem, Behauptungen in die Welt zu setzen. Institutionen haben es deshalb schwer, ihre Botschaften zu kontrollieren. Wer früher mächtig war, muss sich heute den Bewertungen der früher Ohnmächtigen stellen, das erleben Unternehmen, Behörden, Politiker, Ärzte und Journalisten. Aber die Demokratie braucht starke Institutionen. Sie handeln und sie tragen die Verantwortung dafür. Institutionen müssen sich öffnen. Aber sie müssen auch stolz ihre Botschaft vertreten."

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15. Januar 2015, von Michael Schöfer
Man muss nicht, aber man darf


Politiker sind nicht selten peinlich, zum Beispiel der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu: Am 11. Januar sah man ihn in Paris beim "Marsch der Republik" mitmarschieren - vier Tage danach befürwortet er in der Türkei die Blockade von Internetseiten, die das Titelbild der aktuellen Ausgabe von "Charlie Hebdo" zeigen. Man sieht darauf einen weinenden Mohammed. "Pressefreiheit bedeutet nicht die Freiheit zur Beleidigung", meint Davutoglu.

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11. Januar 2015, von Michael Schöfer
Ihr werdet unsere Demokratie nicht zerstören


Die Strafe für falsche Propheten und Verführer zum Götzendienst ist der Tod. Wörtlich steht geschrieben: "Der Prophet (...) oder der Träumer soll sterben, weil er euch gelehrt hat abzufallen von dem HERRN."

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10. Januar 2015, von Michael Schöfer
Nur ein krudes Vorurteil?


Manche scheinen sich ja inzwischen gedanklich luftdicht eingemauert zu haben. Wenn irgendwo etwas passiert, vermuten sie als Drahtzieher stets dunkle Mächte im Hintergrund. Die Medien seien natürlich "gleichgeschaltet", abfällig sprechen sie nur noch von der "Mainstreampresse". Das ist nicht weit weg vom Etikett "Lügenpresse", das PEGIDA derzeit recht großzügig zu verteilen bereit ist. Überhaupt ist alles irgendwie "Meinungsmache". An den gegenüberliegenden Rändern des politischen Spektrums ist man sich offenbar näher als man denkt.

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09. Januar 2015, von Michael Schöfer
Es gibt noch viel zu tun


Der Terroranschlag auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" beschäftigt die Medien enorm, aber die Öffentlichkeit leider nur zum Teil. Ich sage hier bewusst "nur zum Teil", denn außerhalb Frankreichs hat der Anschlag zwar Bestürzung verursacht, aber ebenso erschreckend ist die offenkundige Lethargie der Bevölkerung. Viele scheinen den Wert der Presse- und Meinungsfreiheit zu verkennen - und damit die Bedeutung dieses Verbrechens. Die Presse- und Meinungsfreiheit ist nämlich das Fundament, auf dem unsere Demokratie ruht. "Das Grundrecht auf Meinungsfreiheit ist als unmittelbarster Ausdruck der menschlichen Persönlichkeit in der Gesellschaft eines der vornehmsten Menschenrechte überhaupt. Für eine freiheitlich-demokratische Staatsordnung ist es schlechthin konstituierend", stellte das Bundesverfassungsgericht bereits 1958 fest. Anders ausgedrückt: Ohne Meinungsfreiheit keine Demokratie. Deshalb wäre es fatal, wenn sich die Presse künftig aus Angst vor Anschlägen der Selbstzensur unterwerfen würde (die berühmt-berüchtigte Schere im Kopf).

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07. Januar 2015, von Michael Schöfer
Wahrheit wird niemals durch Gewalt widerlegt


Der Mensch ist eine recht eigentümliche Spezies. Es gibt wohl keine andere auf diesem Planeten, deren innerartliche Destruktivität so ausgeprägt ist. Wir schlagen uns seit jeher gegenseitig die Köpfe ein. Oft aus den nichtigsten Gründen. Und der Spaß, seine Mitmenschen zu foltern, ist dem Homo sapiens offenkundig ebenfalls naturgegeben. Auch diese Bestialität existiert seit Jahrtausenden. Zudem glauben die meisten an irgendeinen Gott. Einige sind bereit, für ihn die grausamsten Verbrechen zu begehen. Aber meiner Ansicht nach gibt es überhaupt keinen Gott, die Fanatiker töten demzufolge lediglich für eine Illusion. Man greift sich buchstäblich an den Kopf. Extraterrestrische Beobachter würden für diese sonderbare Spezies keinen Pfifferling geben, am besten sie stürbe aus. Doch wir Menschen wissen, wie fürsorglich und altruistisch unsere Art sein kann, zu welch großen kulturellen Leistungen sie fähig ist. Dennoch bleibt beim Blick auf den Homo sapiens ein zwiespältiger Eindruck zurück. Das Doppelgesicht, das die Römer in der Antike ihrem Gott Janus zuschrieben - es gehört uns selbst, keinem anderen.

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