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"Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen."
(George Orwell, 1903-1950, britischer Schriftsteller)



25. Juni 2016, von Michael Schöfer
Beschwert euch nicht, macht was!


Die Alten hätten den Jungen beim EU-Referendum in Großbritannien die Zukunft gestohlen, hört man allenthalben. "Wie uns die Alten die Zukunft versauen", lauten etwa die Schlagzeilen nach der Abstimmung, bei der sich die Briten mehrheitlich für den Brexit entschieden haben. "Thank you", rufen die Jungen sarkastisch. Sie sind wütend und enttäuscht. Die Alten hätten für etwas gestimmt, dessen Folgen sie aufgrund ihres Alters gar nicht mehr zu spüren bekämen. Die Folgen des Austritts aus der Europäischen Gemeinschaft müssten hauptsächlich die Jungen ausbaden. Bei allem durchaus verständlichen Furor sollte man dennoch die Fakten nicht leichtfertig über Bord werfen.

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24. Juni 2016, von Michael Schöfer
They did it


Sie haben es tatsächlich getan: Die Briten wollen die EU verlassen. Nach Auszählung aller 382 Wahlbezirke hat das Leave-Lager mit 17,4 Mio. Stimmen (= 51,9 %) gegen das Remain-Lager mit 16,1 Mio. Stimmen (= 48,1 %) gewonnen. 1,3 Mio. Stimmen mehr für den Brexit, das hatte in dieser Deutlichkeit keiner vorhergesagt. Selbst UKIP-Chef Nigel Farage erwartete kurz nach Schließung der Wahllokale um 23 Uhr MESZ einen Sieg des Remain-Lagers um Premier David Cameron. Letzterer hat eine schwere Niederlage erlitten und geht jetzt als der Premierminister in die Geschichtsbücher ein, in dessen Amtszeit Großbritannien aus der EU ausgetreten ist. Möglicherweise, Stichwort Schottland, führt das Ganze sogar zur Spaltung des Königreiches, in Schottland haben nämlich alle Wahlbezirke ausnahmslos für den Verbleib in der EU gestimmt. Cameron, der bereits seinen Rücktritt angekündigt hat, scheidet als begossener Pudel aus dem Amt.

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18. Juni 2016, von Michael Schöfer
Olympische Spiele? Interessiert mich nicht mehr!


Der Sport könnte so schön sein, wenn es keine Hooligans, korrupte Sportfunktionäre und dopende Sportler gäbe. Zwar lagen beim Sport Licht und Schatten schon immer nah beieinander, aber jetzt hat die dunkle Seite ein Ausmaß angenommen, das für den Spitzensport existenzbedrohend ist.

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16. Juni 2016, von Michael Schöfer
Ehrendoktorwürde


Also, ich bin ja echt froh, dass ich in Deutschland lebe. Und das auch noch anno 2016. In Deutschland hat nämlich alles seine Ordnung. Selbst wenn die Welt zugrunde geht, wir halten uns an unsere Prinzipien. Etwa an die, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich zu behandeln sind. Man stelle sich vor, in Deutschland würde Willkür herrschen. Nicht auszudenken. Hatten wir ja mal vor ein paar Jahrzehnten. Aber zum Glück haben wir dazugelernt. Heute gilt: Keine Lügen, keine Doppelmoral. Fast wie im Paradies.

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12. Juni 2016, von Michael Schöfer
Politik ist Vertrauenssache


Würden Sie von Sigmar Gabriel einen Gebrauchtwagen kaufen? Vermutlich würden Sie ihm nicht über den Weg trauen, weil er ständig seine Meinung ändert. Im vergangenen Jahr wollte er die SPD noch in die Mitte rücken, Politik für die "arbeitende Mitte" machen. Jetzt soll die SPD plötzlich wieder eine "linke Volkspartei" sein und die Mitte ein bisschen nach links ziehen. Auch Olaf Scholz, Hamburgs Erster Bürgermeister, will die SPD wieder als Partei der kleinen Leute und der Mittelschicht positionieren.

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10. Juni 2016, von Michael Schöfer
Ist dieser Mann überhaupt geeignet?


Ist das wirklich der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), der sich da feixend wie ein kleiner Schulbub den Fernsehkameras präsentiert? "Mir hat's richtig Spaß gemacht, kann ich nur sagen. Zwei Jahre habe ich mich darauf gefreut - heute war es so weit." Denen habe ich es aber gezeigt, wollte Hans-Georg Maaßen wohl signalisieren. Zielscheibe war der NSA-Untersuchungsausschuss, vor dem Maaßen als Zeuge geladen war.

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07. Juni 2016, von Michael Schöfer
Erdogan überspannt den Bogen


"Deutscher ist, wer deutscher Herkunft ist und damit in die ethnisch-kulturelle Gemeinschaft des deutschen Volkes hineingeboren wurde. Eine Volkszugehörigkeit kann man sich genausowenig aussuchen wie die eigene Mutter. In ein Volk wird man schicksalhaft hineingepflanzt; in eine Volksgemeinschaft kann man nicht einfach ein- oder austreten wie in einen Sportverein, man wird in sie hineingeboren. Im Ausland wird man immer als Angehöriger eben dieses Volkes wahrgenommen, ob dies einem paßt oder nicht. Ein Afrikaner, Asiate oder Orientale wird nie Deutscher werden können, weil die Verleihung bedruckten Papiers (eines BRD-Passes) ja nicht die biologischen Erbanlagen verändert, die für die Ausprägung körperlicher, geistiger und seelischer Merkmale von Einzelmenschen und Völkern verantwortlich sind", schreibt die NPD auf ihrer Website. Einmal Deutscher, immer Deutscher. Und einmal Ausländer, immer Ausländer. Das ist die logische Konsequenz dieser ekelerregenden rassistischen Gesinnung.

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05. Juni 2016, von Michael Schöfer
Bitte vorher genau hinschauen


Manchmal weiß man es ja nicht so genau: Ist das Ganze bloß ein Witz oder ist es ernst gemeint? Sind die wirklich so oder wollen die nur mediale Aufmerksamkeit? Ich fürchte jedoch, die sind so, die meinen das tatsächlich ernst. Die niedersächsische AfD-Jugend stößt sich an einer Kampagne zur Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat nämlich bundesweit 65.000 Plakate mit Comic-Zeichnungen aufhängen lassen. Doch die AfD-Jugend meint, das sei strafbar, weshalb sie Anzeige wegen Verbreitung pornografischer Schriften (§ 184 StGB) erstattet hat. "Bundesregierung lässt Sex-Plakate aufhängen", echauffiert sie sich auf ihrer Website. Für die Aufklärungsarbeit sei "es keinesfalls notwendig, tausende von nackten Cartoon-Figuren beim Geschlechtsakt im öffentlichen Raum zu plakatieren und damit die Hypersexualisierung unserer Kinder weiter voranzutreiben".

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04. Juni 2016, von Michael Schöfer
Erst einmal abwarten


Mutmaßliche IS-Terroristen hätten einen Anschlag in Düsseldorf geplant, liest man derzeit in der Presse. Drei Verdächtige wurden festgenommen, sie hätten in der Düsseldorfer Altstadt Sprengstoffgürtel zur Explosion bringen und mit Sturmgewehren um sich schießen wollen. Zur Terrorzelle sollen insgesamt zehn Attentäter gehören. Im baden-württembergischen Leimen, wo einer der Verdächtigen in einer Flüchtlingsunterkunft lebte, reagieren viele Bürger "geschockt und ratlos". "Leimen sucht nach Antworten", titelt die Lokalpresse. Auch das "Rheinneckarblog", das sonst die etablierten Medien gerne für deren angebliche Missachtung journalistischer Standards rügt, hält sich diesbezüglich keineswegs zurück: "Die Terroristen sind unter uns. Jetzt ist auch bei uns vor Ort Realität - unter den Flüchtlingen sind nicht nur solche, die Hilfe suchen, sondern gefährliche Attentäter, die möglichst viele Menschen umbringen sowie Angst und Schrecken verbreiten wollen." Gleichlautend die Schlagzeilen der überregionalen Presse.

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25. Mai 2016, von Michael Schöfer
Das unselige Bild muss weg


Ein Demokratieverächter und Kriegstreiber ist wahrlich kein Aushängeschild für die Bundesrepublik Deutschland. Nein, hier ist ausnahmsweise einmal nicht vom Massenmörder Adolf Schicklgruber alias Hitler die Rede, sondern von Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen, besser bekannt unter Wilhelm II. Der letzte deutsche Kaiser war oberster Repräsentant des preußischen Militarismus und stürzte Deutschland mit seiner dilettantischen Politik geradewegs in die Katastrophe des Ersten Weltkrieges. Ergebnis: 9,56 Mio. gefallene Soldaten, horrende Kriegskosten, wirtschaftlicher Niedergang und soziales Elend. Ohne den Ersten Weltkrieg wäre der spätere Aufstieg des österreichischen Gefreiten zum "Führer" und der noch viel verheerendere Zweite Weltkrieg vermutlich ausgeblieben. Und mit ihm wohl auch der Holocaust, der Völkermord an den europäischen Juden.

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24. Mai 2016, von Michael Schöfer
Es wird heißer denn je


Verheerende Waldbrände in Kanada als Folge einer ungewöhnlichen Hitzewelle. Eine extreme Dürreperiode, die die Hungersnot nach Äthiopien zurückkehren lässt. Rekordhitze in Indien mit 51 Grad Celsius, Rekordhitze im israelischen Eilat mit 46 Grad. Eine Hitzewelle im westafrikanischen Burkina Faso, wo das Thermometer auf bis zu 45 Grad ansteigt. Alles eine Folge des Klimawandels? Da muss man vorsichtig sein, denn regionale Wetterereignisse haben isoliert betrachtet noch nichts mit dem globalen Klima zu tun. Wetter und Klima sind zwei verschiedene Paar Stiefel. Gleichwohl ist natürlich eine Häufung solcher Anomalien durchaus aussagekräftig.

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