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| Archiv | Impressum 13. Februar 2026, von Michael Schöfer Ich wünschte, Donald Trump würde ewig regieren Puh, mir fällt echt ein Stein vom Herzen, denn ich hatte befürchtet, dass Donald Trump die Relativitätstheorie von Albert Einstein als Schwindel bezeichnet und par ordre du mufti aufhebt. Einstein erklärte bekanntlich in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie, wie die Schwerkraft funktioniert. Der Physiker John Wheeler brachte es in einem Satz auf den Punkt: "Der Raum sagt der Materie, wie diese sich zu bewegen hat, die Materie sagt dem Raum, wie sich dieser zu krümmen hat." Hätte Donald Trump, nach eigenem Bekunden ein viel genialerer Physiker als Einstein, die Raumzeit-Geometrie per Gesetz aufgehoben, wären wir womöglich auf Nimmerwiedersehen von der Erdkugel ins Universum gefallen. Jedenfalls dann, wenn die Erde zum Zeitpunkt der Aufhebung zufällig auf dem Kopf gestanden wäre. Gottlob ist das nicht passiert. Auch das größte Hindernis für die bemannte Mars-Mission der NASA kommt vorerst nicht zur Anwendung. Hätte nämlich Donald Trump den bibeltreuen Fundamentalisten unter seinen Anhängern tatsächlich den Gefallen getan und die Position der Erde per Gesetz wieder in den Mittelpunkt des Universums gerückt, müsste die NASA die Route der Raumschiffe vor dem Abflug notgedrungen völlig neu berechnen, denn beim Ptolemäischen Weltbild ist der Mars womöglich nicht mehr dort, wo er laut Flugplan sein sollte. Astronauten könnten in diesem Fall unfreiwillig das Schicksal der Männer teilen, die nie wieder vom Zigarettenholen zurückkehren: Lost in space. Nikolaus Kopernikus darf allerdings weiter in Frieden ruhen, weil sein heliozentrisches Weltbild unter den gnädigen Augen des US-Präsidenten fortbesteht. Zumindest vorläufig, es ist schließlich keineswegs ausgeschlossen, dass es sich der geniale New Yorker Astronom nicht doch irgendwann anders überlegt. Es
hätte schlimmer kommen können. Viel, viel schlimmer. Doch all
das bleibt uns erspart, weil Donald Trump zum Glück nur den
Klimawandel per Dekret zum Schwindel erklärt hat. Die Daten des NASA Goddard Institute for Space
Studies, wonach 2025 das zweitwärmste Jahr seit Beginn
der Aufzeichnungen im Jahr 1880 war, sind also gefälscht.
Genauso wie die Zahlen der National Oceanic and Atmospheric
Administration, die uns weismachen wollte, der
CO2-Anteil in der Erdatmosphäre habe sich seit 1959 um gut ein
Drittel erhöht. Insgeheim ahnten wir das schon immer. Jetzt
ist es amtlich, unser Bauchgefühl lag richtig. CO2 absorbiert
Wärmestrahlung? So ein Schmarrn! Der geniale Meteorologe im
Oval Office weiß über die atmosphärischen Vorgänge besser
Bescheid als alle anderen. Hundertprozentig. Ach was,
tausendprozentig. Klimawandel? Eine Erfindung der Chinesen! Angeblich
erwarten die Amerikaner, dass die Häufigkeit der Hurrikans und
Tornados bereits im Sommer 2026 deutlich nachlässt. Auch die
Bedrohung von Miami Beach durch den Anstieg des Meeresspiegels
ist nun endgültig gebannt.
Es ist erstaunlich, wie leicht das geht - ein Federstrich unter dem entsprechenden Dekret genügt vollkommen. Angesichts dessen fragt man sich natürlich: Warum versuchen tausende Wissenschaftler seit Jahrzehnten auf den UN-Klimakonferenzen die Welt vergeblich vor der Katastrophe zu retten, wenn die Lösung doch so einfach ist? Auf den Gedanken, die Menschheit per Unterschrift vor dem Untergang zu bewahren, sind die Klimaforscher anscheinend nicht gekommen. Ach, ich wünschte, Donald Trump würde ewig regieren, denn das haben wir nur ihm zu verdanken. Was könnte der Mann noch bewirken, hätte er bloß ein bisschen mehr Zeit? Obwohl, wenn Trump per Dekret den Tod verbietet… Nicht umsonst nennt man die USA das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. |