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| Archiv | Impressum 27. Februar 2026, von Michael Schöfer Katherina Reiche wird das schon hinbiegen Sagt Ihnen der Begriff "Altmaier-Knick" etwas? Nein? Dann kurz zur Erinnerung: Der damalige Umweltminister Peter Altmaier (CDU) kürzte 2012 die Förderungen für Photovoltaik, woraufhin der Zubau von Photovoltaik-Anlagen drastisch einbrach (siehe Grafiken). Davon hat sich die Solarbranche inzwischen einigermaßen erholt, doch nun hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche das Gleiche vor: Neue private Solaranlagen sollen künftig nicht mehr gefördert werden. Voraussichtliche Folge: Der aktuelle Solar-Boom wird abermals abgewürgt. Dabei ist die Solarenergie eine saubere und kostengünstige Stromerzeugung, die uns obendrein auch noch von ausländischen - meist fossilen - Energielieferanten unabhängiger macht. ![]() Der "Altmaier-Knick" beim Zubau von Photovoltaik ist nicht zu übersehen (Quelle: Strom-Report, Photoltaik in Deutschland, CC BY SA 3.0) ![]() Einbrechende Investitionen in den Bau neuer Photovoltaik-Anlagen (Quelle: Strom-Report, Photoltaik in Deutschland, CC BY SA 3.0) Es ist Irrsinn, was die schwarz-rote Bundesregierung darüber hinaus vorhat: Das Gebäudeenergiegesetz (vulgo: Heizungsgesetz) soll durch ein Gebäudemodernisierungsgesetz abgelöst werden, das allerdings die Rahmenbedingungen für die geplante CO2-Reduzierung negativ verändert. Deutschland wird deshalb sein Klimaziel, die Treibhausgas-Emissionen bis 2045 auf Netto-Null zu verringern, voraussichtlich verfehlen. Rund 70 Prozent der CO2-Emissionen beim Wohnen fallen im Bereich Raumwärme an. Wenn nun der "Technologieoffenheit" genannte Rückschritt dazu führt, weiterhin mit fossilen Energieträgern zu heizen, wird der Gebäudesektor die im Klimaschutzgesetz festgelegten Reduktionsziele kaum erreichen. Die Bundesregierung agiert hochideologisch und flüchtet sich in Phrasen: Das Verbrenner-Aus soll fallen, das Heizungsgesetz wird abgeschafft und die Solarenergie beschnitten. "Wir setzen auf Vernunft, Freiheit und Tempo statt Verbote", behauptet Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Doch was hat die Bundesregierung stattdessen anzubieten? Im Wesentlichen setzt sie auf E-Fuels, auf einen Bioanteil bei Öl und Gas sowie langfristig auf die Kernfusion. Mit einem kleinen Wermutstropfen: Viele Naturwissenschaftler, Ökonomen und Ökologen halten das für wenig aussichtsreich. Aber keine Angst, Katherina Reiche wird das schon hinbiegen. Und zwar nach unten! Von Oktober 2009 bis September 2013 war sie Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium - also just zu jener Zeit, als Bundesumweltminister Peter Altmaier den nach ihm benannten Knick produzierte. Erfahrung beim Zurechtstutzen der Erneuerbaren Energien kann ihr also niemand absprechen. Allerdings eine Erfahrung, auf die man im Interesse der Umwelt gerne verzichten würde. |