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| Archiv | Impressum 10. März 2026, von Michael Schöfer Mit den Strukturkonservativen in die Sackgasse Vor langer Zeit unterschied der SPD-Politiker Erhard Eppler zwischen Strukturkonservativen und Wertkonservativen. Erstere halten an überkommenen Strukturen fest (Machtpositionen, Privilegien, Herrschaft), obwohl die mitunter gerade das zerstören, was Konservative angeblich erhalten wollen. Wertkonservative hingegen orientieren sich an Werten, etwa die Bewahrung der Natur, und sind deshalb auch bereit, ihr Verhalten zu ändern (was Konservativen üblicherweise schwerfällt). Die Konservativen unserer Zeit sind fast ausnahmslos Strukturkonservative. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche steht auf Öl- und Gasheizungen, Friedrich Merz und Markus Söder lieben den Verbrenner, Ursula von der Leyen hat Sehnsucht nach Atomkraftwerken. Ob die Umwelt dabei über die Wupper geht, ist ihnen anscheinend egal. Auch die Erinnerungen an die Atomunfälle von Tschernobyl und Fukushima sind offenbar verblasst, selbst das nach wie vor fehlende Atommüll-Endlager ist irrelevant. Wenn Konservative nicht mehr weiter wissen, obwohl die innovativen Lösungen eigentlich auf der Hand liegen (Wind- und Solarenergie, Elektroauto, Wärmepumpe), greifen sie auf altbewährte Dinge zurück: Öl, Gas, Kernenergie. Unbelehrbar und wenig zukunftsorientiert manövrieren sie uns damit in die Sackgasse. Daran, wohin etwa die deutsche Autoindustrie in ein paar Jahren ihre Verbrenner noch exportieren kann, verschwenden sie keinen Gedanken. Und verpulvern obendrein völlig nutzlos etliche Milliarden. Das ist ebenso ideenlos wie stupide. "Zurück zur Zukunft" ist nun wahrlich kein Erfolgsrezept für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. |