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| Archiv | Impressum 30. Juni 2026, von Michael Schöfer Planetare Hitzewallungen "2027 könnte heißestes Jahr aller Zeiten werden", meldete die Süddeutsche Anfang Juni. Warum erst 2027? Zumindest in Deutschland wurden bereits jetzt Temperaturrekorde erreicht: Schier unerträgliche 41,3 °C am 26. Juni 2026, 41,5 °C am 27. Juni 2026 und 41,7 °C am 28. Juni 2026. Wenn es 2027 dank El Niño wirklich noch heißer wird, steigt die Anzahl der Hitzetoten rapide. Doch auch das wird die Leugner des menschengemachten Klimawandels wohl kaum bekehren. Es gehört zu den absonderlichen Eigenheiten des Homo sapiens, manchmal umso hartnäckiger an einer falschen Meinung festzuhalten, je stärker diese durch Fakten widerlegt wird. Der CO2-Anteil in der Erdatmosphäre steigt nach wie vor - die daraus resultierenden Schlussfolgerungen sind reine Physik. Manche ficht das allerdings nicht an: Pech für die Naturgesetze, wenn sie sich nicht nach den Klimaleugnern richten. Dabei ist die Lage dramatisch: Einige Kipp-Punkte, die zu Recht gefürchteten positiven Rückkopplungseffekte (das Auftauen des Permafrostes setzt das hochwirksame Klimagas Methan frei, was wiederum zu einer stärkeren Erwärmung beiträgt und noch mehr Methan in die Atmosphäre entweichen lässt), könnten längst überschritten sein. Die planetaren Hitzewallungen sorgen bei uns Menschen zunehmend für Ungemach - nicht nur 2026 oder 2027, sondern viel stärker in allen darauffolgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten. Die Gegenwart könnte kommenden Generationen im Vergleich sogar als angenehm kühl erscheinen. Doch wer sagt es dem Bundeskanzler und seiner Wirtschaftsministerin? Die Bundesregierung kämpft bekanntlich gegen das Verbrenner-Verbot und will im Heizungskeller zu den fossilen Energieträgern Öl und Gas zurückkehren. Die effiziente Wärmepumpe gilt bei den Regierenden als Symbol für die Bevormundung des Bürgers. Angesichts der Realität ist das der reine Irrsinn. Aber auch die Opposition hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Die Grünen sehen dringenden Handlungsbedarf beim Hitzeschutz und propagieren im Rahmen eines "Abkühl-Sofortprogramms" den Einbau von Klimaanlagen. Jetzt kommen sie damit. Jetzt plötzlich. In meiner aktiven Zeit war ich gewerkschaftlich engagiert und hauptamtlicher Personalrat in einer baden-württembergischen Landesbehörde. 2019 habe ich in unserer Kreisverbandszeitung (online nicht mehr verfügbar) darauf hingewiesen, dass die Hitzeperioden häufiger auftreten werden und deren Dauer und Intensität wächst, man möge deshalb zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebs an den Einbau von Klimaanlagen denken. Geerntet habe ich bloß ein müdes Lächeln. Ach, was der wieder erzählt… Wie so oft hat sich die Ignoranz durchgesetzt, meine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen müssen noch immer in nicht klimatisierten Büroräumen arbeiten. Wer dabei ans Peter-Prinzip denkt, ist der Wahrheit dicht auf den Fersen. Man kann sich im Grunde bloß noch in den Zynismus flüchten. Die Natur hat mehrere globale Katastrophen überlebt, zuletzt den Einschlag eines Asteroiden vor ca. 65 Mio. Jahren. Fast alles, was wir heute sehen, hat sich erst danach entwickelt. Ich bin zuversichtlich, dass die Natur auch den Homo sapiens überleben wird. |