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"Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen."
(George Orwell, 1903-1950,
britischer Schriftsteller)
"Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben."
(André Gide, 1869-1951,
französischer Schriftsteller)
"Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht."
(Abraham Lincoln, 1809-1865,
amerikanischer Politiker)
"Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht, und siehe, es war alles eitel und Haschen nach Wind."
(Kohelet Salomo)



13. April 2026, von Michael Schöfer
Wie langweilig!

Einerseits leben wir in hochinteressanten Zeiten, in denen jeden Tag irgendeine neue Verrücktheit passiert. Andererseits sind sie auch wieder furchtbar eintönig, weil sich momentan alle bloß an US-Präsident Donald Trump abarbeiten. Wenn inzwischen selbst so dubiose MAGA-Figuren wie Majorie Taylor Greene den 25. Zusatzartikel der US-Verfassung ins Spiel bringen, der die Absetzung des Präsidenten wegen Amtsunfähigkeit ermöglicht, was bleibt einem dazu noch zu schreiben? Schreiben die anderen ja genauso.




05. April 2026, von Michael Schöfer
Das Wahlvolk bekam genau das, was es gewählt hat


Das Wahlvolk ist enttäuscht? Wieso? Bundeswirtschaftsministein Katherina Reiche (CDU) setzt doch bloß das um, was Friedrich Merz und die Union seit langem fordern: mehr Marktwirtschaft und Technologieoffenheit. Was das konkret bedeutet, war den meisten Wählerinnen und Wählern nur nicht bewusst. Mich enttäuscht die Bundesregierung nicht, genau dieses miserable Krisenmanagement habe ich von ihr erwartet.




03. April 2026, von Michael Schöfer
Da ist ja oft sogar ein Konklave schneller


Von der Politik wird ja oft beklagt, dass Entscheidungsprozesse viel zu langsam ablaufen. "Weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen", versprach etwa die baden-württembergische CDU in ihrem Wahlprogramm zur Landtagswahl am 8. März. Für unvoreingenommene Beobachter mutet es seltsam an, dass die, die als Gesetzgeber für die zeitraubenden Entscheidungsprozesse verantwortlich sind, nun deren Beschleunigung versprechen. Aber zugegeben, Politik und Logik sind häufig zwei Paar Stiefel.




30. März 2026, von Michael Schöfer
Blinde Gefolgschaft


Der Staat Israel (…) "wird auf Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden im Sinne der Visionen der Propheten Israels gestützt sein. Er wird all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen. Er wird Glaubens- und Gewissensfreiheit, Freiheit der Sprache, Erziehung und Kultur gewährleisten, die Heiligen Stätten unter seinen Schutz nehmen und den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen treu bleiben." (Auszug aus der israelischen Unabhängigkeitserklärung vom Mai 1948) Dieses Israel, geboren eingedenk der Verbrechen der Nazi-Zeit, existiert nicht mehr.




25. März 2026, von Michael Schöfer
Aussöhnung ist keine Option mehr


Jeder Vernünftige wird wohl dem Urteil zustimmen, dass Donald Trump weder intellektuell noch charakterlich geeignet ist, ein hohes Staatsamt auszuüben. Am wenigsten eins, das mit so viel ökonomischer und militärischer Macht verbunden ist wie das des US-Präsidenten. Trotzdem wurde er 2024 von einer Mehrheit der Amerikaner gewählt, und jetzt müssen wir wohl oder übel mit ihm leben. Eher übel, wenn wir uns ansehen, was er anrichtet.




22. März 2026, von Michael Schöfer
Ein Kriegsverbrechen ist ein Kriegsverbrechen


Die Energieinfrastruktur anzugreifen und zu zerstören ist gemäß dem Zusatzprotokoll zur Genfer Konvention verboten, zivile Objekte und die für die Zivilbevölkerung lebensnotwendigen Objekte stehen unter dem besonderen Schutz des Völkerrechts. "Durch den Beschuss wichtiger ziviler Infrastruktur, unter anderem Energieanlagen, versucht die russische Armee eindeutig, die Industrieproduktion zu untergraben, das Transportsystem zu stören, Angst und Verzweiflung zu schüren und der ukrainischen Zivilbevölkerung vor dem nahenden Winter Strom, Wasser und Heizmöglichkeiten vorzuenthalten. Der Beschuss ziviler ukrainischer Infrastruktur ist rechtswidrig. Die Moral der Zivilbevölkerung ist kein rechtmäßiges Angriffsziel. Diese Attacken, deren einziger Zweck es ist, Zivilpersonen in Angst und Schrecken zu versetzen, sind Kriegsverbrechen." Auch die Europäische Union hat Russland mehrfach dringend aufgefordert, Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine zu beenden.




18. März 2026, von Michael Schöfer
Verlust an Glaubwürdigkeit


Ein Blick auf den Kalender bestätigte, wir haben noch nicht den 1. April. Spontan dachte ich nämlich an einen Aprilscherz, als ich heute auf der Website der Rhein-Neckar-Zeitung die Schlagzeile las: "Grünen-Stadtrat Chris Rihm wird Chef der Mannheim City Air." Rihm ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Mannheimer Gemeinderat und war bei der Landtagswahl am 8. März Kandidat im Mannheimer Norden.




17. März 2026, von Michael Schöfer
Nicht die NATO, sondern Trump macht einen dummen Fehler


Wer sich nicht mit juristischen Details befasst oder sie intellektuell nicht begreift, sollte besser auf den Golfplätzen sein Handicap verbessern, aber keine Regierung anführen. "Die NATO macht einen sehr dummen Fehler", behauptet US-Präsident Donald Trump. "Die Haltung der Verbündeten sei 'ziemlich schockierend', sagte Trump im Weißen Haus. Er sei von den Alliierten enttäuscht. Trump brachte sogar einen möglichen Rückzug der USA aus dem Bündnis ins Spiel: 'Das ist definitiv etwas, über das wir nachdenken sollten.'"




17. März 2026, von Michael Schöfer
Nicht unser Krieg!


Es ist töricht, seine Verbündeten ständig vor den Kopf zu stoßen, ihnen sogar mit der militärischen Eroberung von Teilen ihres Staatsgebiets zu drohen. Und ständig zu betonen, wie stark man sei und dass man im Grunde keinen brauche, man komme ganz gut alleine zurecht, ist ebenfalls alles andere als klug. Nun haben die USA wegen der Sperrung der Straße von Hormus ein Problem und stehen - keineswegs überraschend - weit und breit alleine da. "Nicht unser Krieg", sagen die Europäer. Nicht einmal die Australier, die für gewöhnlich zu den treuesten Verbündeten der USA gehören, wollen beim risikoreichen Unterfangen, den Frachtschiffen bei der Durchfahrt durch die Meerenge Geleitschutz zu geben, mitmachen.




15. März 2026, von Michael Schöfer
Damit konnte nun wirklich keiner rechnen


Damit, dass die Iraner die Straße von Hormus sperren, konnte nun wirklich keiner rechnen. Schon gar nicht der größte Oberbefehlshaber aller Zeiten. Deshalb haben sich die USA anscheinend auch nicht darauf vorbereitet. Das "stabile Genie" weiß bekanntlich alles besser. Wladimir Putin würde sagen: "Alles läuft nach Plan." Er weiß schließlich ganz genau, wie man ein Land nach nur drei Tagen Blitzkrieg besiegt. Bei der Vorbereitung am allerwichtigsten: Die Paradeuniform für die Siegesparade einpacken.




12. März 2026, von Michael Schöfer
Freigabe der Ölreserven ein wirkungsloses Strohfeuer?


Die International Energy Agency (IEA) hat ihren Mitgliedstaaten empfohlen, angesichts der faktischen Sperrung der Straße von Hormus einen Teil ihrer nationalen Ölreserven freizugeben. Insgesamt geht es um einen Umfang von 400 Millionen Barrel Rohöl, Deutschland will sich mit knapp 20 Millionen Barrel daran beteiligen. Die entscheidende Frage ist, ob diese Maßnahme überhaupt irgendetwas am stark steigenden Ölpreis ändert. Die Autofahrer könnten herzlich wenig davon spüren. Und angesichts eines weltweiten Tagesverbrauchs von gut 100 Millionen Barrel ist das Ganze vielleicht nicht mehr als ein wirkungsloses Strohfeuer.




12. März 2026, von Michael Schöfer
Jetzt kriegt euch wieder ein!

Wer seine Leute auf die Bäume treibt, muss sie irgendwann auch wieder herunterholen. Thomas Strobl (CDU) sagt, "das politische Klima in Baden-Württemberg sei aus den Reihen der Grünen 'nachhaltig vergiftet' worden". Laut Nicole Razavi (CDU) sei ganz viel Vertrauen zerschlagen worden. "Die Art und Weise des Umgangs im Vorfeld, dieses 'Negativ Campaigning' gegen die Person, gegen den Mensch Manuel Hagel, das war sehr schwierig", beklagt Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). Die Veröffentlichung eines Videos über CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel sei eine "Schmutzkampagne" gewesen. Alle drei sind Minister im Kabinett des scheidenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.